Sturzprophylaxe bedeutet doppelte Sicherheit – für Patientinnen und Patienten und das Pflegepersonal

linke Seite Text STURZPROPHYLAXE IN DER KLINIK in blauer Schrift, rechts die Blockbuchstaben T O P mit Stufen dargestellt mit zwei Menschen auf den Stufen sowie ein grüner Kreis mit blauer Schrift SAFETY FIRST

Bild: VBG

Stürze von Patientinnen und Patienten stellen eine erhebliche körperliche Belastung für Pflegende dar. Beim Versuch, stürzende Personen aufzufangen, wirken starke Kräfte auf Rücken und Schultern, wodurch ein hohes Verletzungsrisiko entsteht. Auch das Aufheben vom Boden – häufig unter Zeitdruck und ohne ausreichende Hilfsmittel – belastet Muskulatur und Bandscheiben stark. Die Folgen sind häufig Rückenbeschwerden, Bandscheibenprobleme sowie Muskel- und Gelenkverletzungen. Langfristig können chronische Muskel-Skelett-Erkrankungen entstehen, die im Pflegeberuf besonders verbreitet sind.

Für Patientinnen und Patienten stellen Stürze häufig folgenschwere Vorfälle dar, die mit zusätzlichem Leid verbunden sind und Auslöser für den Verlust von Selbstständigkeit, erhöhte Pflegebedürftigkeit oder sogar den frühzeitigen Tod sein können.

Im Klinikalltag gilt es daher unbedingt Stürzen vorzubeugen, denn: Patientensicherheit ist Mitarbeitersicherheit – und umgekehrt. Meistens gelingt das schon durch einfache und sehr wirksame Maßnahmen.

Das TOP-Prinzip ist ein bewährtes Konzept im Arbeitsschutz. Im Krankenhaus kann es zur Prophylaxe von Stürzen eingesetzt werden. Wer Gefahrenquellen kennt, kann sie aktiv meiden, multifaktorielle Interventionsmaßnahmen abstimmen und clever einsetzen. Ziel des TOP-Prinzips ist es, durch eine strukturierte Vorgehensweise das Risiko von Stürzen zu minimieren und das Verletzungsrisiko zu senken.

Die Maßnahmen im TOP-Prinzip der Sturzprophylaxe sind eng miteinander verknüpft, stehen in Wechselwirkung und sind zyklisch: Technische Maßnahmen schaffen die Basis, organisatorische sichern und steuern deren Anwendung und personenbezogene Maßnahmen ergänzen auf die jeweilige Patientensituation bezogen.

Die VBG unterstützt Klinikpersonal mit Informationen zur Sturzprophylaxe im Krankenhaus.

Ein praxisnahes Hilfsmittel, um Pflegepersonal im Alltag zu unterstützen ist die Pocket Card mit dem „Pocket-Screening zur Sturzprophylaxe“ – ein kompaktes Instrument im Kitteltaschenformat zur schnellen Ersteinschätzung des Sturzrisikos von Patientinnen und Patienten. Sie unterstützt - entsprechend dem Expertenstandard - die Entscheidung, ob eine vertiefte Risikoeinschätzung (Assessment) und daraus abgeleitet gezielte sturzprophylaktische Maßnahmen erforderlich sind.

Für das weitere Vorgehen stehen die Sturz-Checks zur Verfügung - ein praxisorientiertes Hilfsmittel mit konkreten Interventionsvorschlägen zur Erhöhung der Patientensicherheit.

Es richtet sich nicht nur an das Pflegepersonal, sondern ebenso an Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten das Entlassmanagement sowie den Transportdienst. Denn effektive Sturzprophylaxe ist eine interdisziplinäre Aufgabe.

Weiterführende Informationen sowie kostenfreie Flyer und Broschüren finden Sie hier.