Hitze und Trockenheit

Alternativtext: Strahlender roter Himmel mit Sonne hinter einem Thermometer, welches 40 Grad Celsius anzeigt

Thermometer zeigt hohe Temperaturen an
Bild: Günter Albers – stock.adobe.com

Folgen von Hitze und Trockenheit

Steigende Temperaturen, längere Hitzephasen und intensivere Sonneneinstrahlung bedeuten eine steigende Belastung durch UV-Strahlung und Hitze. Dies kann sowohl kurz als auch langfristige gesundheitliche Folgen mit sich bringen wie z. B. Leistungseinbrüche, Dehydrierung oder Hautkrebs. Hohe Temperaturen mindern nicht nur die Produktivität, sondern beeinträchtigen auch generell die körperliche Leistungsfähigkeit und die Konzentrationsfähigkeit. Das Risiko für Unfälle, wie auch für Arbeitsunfälle, steigt.

Notwendig ist daher ein wirksamer Schutz von Beschäftigten und weiteren Versicherten durch geeignete und angemessene Maßnahmen. Besonders schutzbedürftige Personengruppen wie Ältere, Menschen mit (Vor-)Erkrankungen oder körperlichen oder geistigen Einschränkungen, Schwangere, Jugendliche und Kinder bedürfen zudem beim Schutz vor den für sie entstehenden Gefährdungen bei der Arbeit bzw. bei versicherten Tätigkeiten einer besonderen Berücksichtigung.

Beispielsweise müssen insbesondere Kinder vor Hitze geschützt werden, denn die Regulationsfähigkeit für die Körpertemperatur ist bei ihnen noch nicht vollständig ausgebildet. Sie schwitzen gar nicht bis wenig und der Körper muss viel leisten, um die Temperatur zu regulieren. Zudem nehmen Kinder Hitze nicht so wahr und sorgen daher nicht selbständig für einen Aufenthalt im Kühlen oder ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Das Risiko für Dehydrierung, Sonnenstich oder Hitzschlag steigt.

NAPO verdeutlicht in dem Video "zu heiß zum Arbeiten“, welche Maßnahmen helfen können, wenn es zu heiß wird.


Napo: Hitzestress


Hitze am Arbeitsplatz in Innenräumen - Präventionsmaßnahmen

Nach der Technischen Regel für Arbeitsstätten zum Thema Raumtemperatur (ASR A3.5) soll die Lufttemperatur in Arbeitsräumen +26 °C nicht überschreiten. Werden diese durch Sonneneinstrahlung überschritten, müssen geeignete Sonnenschutzsysteme zur Beschattung eingesetzt werden (z. B. Außenjalousien).

Bei Außentemperaturen über +26 °C gelten besondere Regelungen. Überschreitet die Raumlufttemperatur trotz Sonnenschutzsystem +26 °C sollen ergänzende Maßnahmen insbesondere für die oben genannten besonders schutzbedürftigen Personengruppen umgesetzt werden. Bei Überschreitung einer Lufttemperatur im Raum von + 30 °C müssen wirksame Maßnahmen erfolgen, um die Beanspruchung zu reduzieren. Dabei sind technische und organisatorische den personenbezogenen Maßnahmen vorzuziehen.

  • Maßnahmen Hitze am Arbeitsplatz in Innenräumen (Tabelle)

    Beispielhafte Maßnahmen gegen Hitze am Arbeitsplatz in Innenräumen sind in der folgenden Tabelle nach dem sogenannten "TOP-Prinzip" unterteilt: technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen. Die Präventionsmaßnahmen müssen je nach Branche, Arbeitsumgebung und gesetzlichen Anforderungen an den Betrieb oder die Einrichtung angepasst werden.

    Art der Maßnahme Maßnahme gegen zu starke Hitzebelastung in Innenräumen Beispiele
    Technische Maßnahmen Effektive Steuerung des Sonnenschutzes

    Dämmungen





    Tipp
    Beispielsweise Sonnenschutzvorrichtungen nutzen wie Außenrollos/ Jalousien und auch nach der Arbeitszeit geschlossen halten. Außenjalousien oder Rollos schützen vor direkter Sonneneinstrahlung.

    Der sommerliche Wärmeschutz von Gebäuden ist nach ASR A3.5 Grundvoraussetzung und gilt auch bei Bestandsgebäuden. Er ist auch bei Sanierungen und Neubauten zu berücksichtigen.

    Insbesondere bei Neubauten außerdem kühlende, wärmereflektierende Gestaltung der Fassaden und des Außengeländes wählen, kleine Glasflächen planen und auf Nachhaltigkeitsaspekte bei der Materialauswahl achten, geeignete Begrünung mitdenken (Allergene vermeiden).
    Lüftung

    Klimatisierte Räume (Reduzierung der inneren thermischen Lasten)
    Arbeitsbereiche an klimatische Bedingungen anpassen und Hitzestau vermeiden durch z. B. Lüften früh morgens oder Nachtauskühlung.
    Ventilatoren: Die erhöhte Luftbewegung bewirkt eine bessere Schweißverdunstung und einen besseren Abtransport der Wärme vom Körper, wodurch dieser etwas gekühlt wird.

    Lüftungsgeräte und Klimaanlagen (elektrische Geräte nur bei Bedarf und möglichst energieeffizient und klimaneutral betreiben). Eine Klimatisierung bedeutet, dass die Raumlufttemperatur aktiv gekühlt wird.

    Bei Fahrzeugen: z. B. Ausrüsten der Führerstände von Baumaschinen oder Fahrerkabinen von beispielsweise Lkw’s mit Klimaanlagen.
    Organisatorische Maßnahmen Notfall- und Hitzeschutzpläne




    Tipp


    Informieren und kommunizieren

    Anpassung von Arbeitszeiten

    flexible Pausenregelungen

    Festlegung von zusätzlichen Entwärmungsphasen
    Notfall- und Hitzeschutzpläne sind neben der Sensibilisierung der Beschäftigten und weiteren Versicherten sinnvoll.
    Verantwortliche Person im Unternehmen und/oder der Einrichtung für Hitzeschutz benennen, beteiligen und mit Kompetenzen ausstatten

    Warnungen des Deutschen Wetterdienstes beachten

    Beschäftigte über Gefahren durch Hitze und Sonneneinstrahlung sowie passende Schutzmaßnahmen informieren.

    Aufenthalt in der direkten Sonne, wenn möglich, minimieren.

    Art und Umfang der Pausen an Arbeitsbedingungen anpassen.

    Zeitweises Arbeiten in kühleren Räumen ermöglichen.
    Bereitstellung von Getränken Geeignete Getränke, z. B. Trinkwasser nach Trinkwasserverordnung, zur Verfügung stellen.
    Anpassung von Arbeitsabläufen und Aufgabenaufteilung



    Lüftung

    Tipp
    Tätigkeiten möglichst zu kühleren Tageszeiten oder in geschlossenen klimatisierten Räumen ausführen lassen (elektrische Geräte nur bei Bedarf und möglichst energieeffizient und klimaneutral betreiben).

    Nachtauskühlung und Lüftung in den kühlen Morgenstunden organisieren

    Ggfs. angepasste Medikamentenlagerung bei Hitze beachten
    Notfall- und Hitzeschutzpläne Notfall- und Hitzeschutzpläne sind neben der Sensibilisierung der Beschäftigten sinnvoll.
    Personenbezogene Maßnahmen Flüssigkeitszufuhr

    Tipp
    Ausreichend geeignete Flüssigkeit (z.B. Trinkwasser) zu sich nehmen.

    Insbesondere für Kinder Trinkpausen/ -rituale festlegen

    Neben ausreichender Trinkmenge auf wasserreiche Kost, leichte Ernährung achten
    Kleidung Lockerung der Bekleidungsregelung.
    Körperliche Belastung Wenn möglich reduzieren,
    z.B. schwere körperliche Arbeiten oder in Bildungseinrichtungen Sportunterricht anpassen

    Wichtig sind neben der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen auch deren Praxistauglichkeit und Akzeptanz, damit die Präventionsangebote von den Beschäftigten angenommen werden. Bei der Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen sollte klimafreundlichen bzw. klimaneutralen und nachhaltigen Maßnahmen Vorrang gegeben werden.

Hitze bei der Arbeit im Freien - Präventionsmaßnahmen

Die „Empfehlung des Ausschusses für Arbeitsstätten (ASTA) - Beurteilung der Gefährdungen durch Hitze und Maßnahmen an Arbeitsplätzen in nicht allseits umschlossenen Arbeitsstätten und an Arbeitsplätzen im Freien“ erläutert die Beurteilungsmaßstäbe für Gefährdungen durch Hitze. Gefährdungen durch Hitze erfordern eine vorausschauende Planung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, die durch eine fachkundige Person erfolgen sollte. Sie ist bezogen auf die jeweilige Tätigkeit, den Tätigkeitszeitraum und den jeweiligen Arbeitsplatz durchzuführen. Die vorgenannte Empfehlung enthält in Ziffer 2.2 ein vereinfachtes Verfahren zur Beurteilung von Gefährdungen durch Hitze.

Da beim Arbeiten im Freien unter hohen Temperaturen ein Risiko für die Beschäftigten und ggf. weitere Versicherte besteht, sollen ab 26°C bzw. müssen ab 30°C (Beurteilungstemperatur, welche die Arbeitsschwere, Bekleidung, Sonnenstrahlung sowie ggf. Schwülegrenze und Windstärke berücksichtigt) Maßnahmen erfolgen, um die Sicherheit und die Gesundheit der Betroffenen zu schützen. In der folgenden Tabelle sind einige Beispiele für Maßnahmen aufgeführt.

  • Maßnahmen Hitze bei der Arbeit im Freien (Tabelle)

    Beispielhafte Maßnahmen gegen Hitze beim Arbeiten im Freien sind in der folgenden Tabelle nach dem sogenannten "TOP-Prinzip" unterteilt: technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen. Die Präventionsmaßnahmen müssen je nach Branche, Arbeitsumgebung und gesetzlichen Anforderungen an den Betrieb oder die Einrichtung angepasst werden.

    Art der Maßnahme Maßnahme gegen zu starke Hitzebelastung im Freien Beispiele
    Technische
    Maßnahmen
    Verschattung durch Unterstellmöglichkeiten
    (auch für Pausen) zur Verfügung stellen






    Tipp
    In Arbeits- und Pausenbereichen sowie Aufenthaltsbereichen im Freien in Bildungseinrichtungen für Schatten sorgen z. B. durch große Sonnenschirme, Sonnensegel, Sonnenplanen und Überdachungen oder Bäume bzw. für verschattete Unterstellmöglichkeiten sorgen.

    Durch helle Farbe, Reflexion und Begrünung kann ein Aufheizen vermindert werden.

    Bei Neu- und Umbau: Entsiegelung asphaltierter und/oder betonierter Flächen und anschließende geeignete Begrünung von Außen- und Fassadenflächen.

    Baumaschinen und Fahrzeuge mit Klimaanlage zur Verfügung stellen.

    Arbeitsbereiche gut belüften (Hitzestau vermeiden)

    Einsatz von z. B. Luftduschen, Wasserverneblern

    Begrünung des Betriebsgeländes.
    Organisatorische Maßnahmen Notfall- und Hitzeschutzpläne





    Tipp
    Notfall- und Hitzeschutzpläne sind neben der Sensibilisierung der Beschäftigten und weiteren Versicherten sinnvoll.

    Verantwortliche Person im Unternehmen und/oder der Einrichtung für Hitzeschutz benennen, beteiligen und mit Kompetenzen ausstatten

    Warnungen des Deutschen Wetterdienstes beachten
    Informieren und
    kommunizieren

    Anpassung von
    Arbeitszeiten




    Flexible Pausenregelungen
    Versicherte über mögliche Gefahren durch Sonneneinstrahlung bzw. Hitzebelastung und über passende Schutzmaßnahmen informieren.

    Personalressourcenplanung bzw. Arbeitseinteilung an Bedarf, Temperaturen und Hitzeperioden anpassen

    Aufenthalt in der direkten Sonne, wenn möglich, minimieren. Aufenthalt in der Sonne insbesondere in der Mittagszeit zwischen 11-15 Uhr zeitlich beschränken.

    Tätigkeiten und Pausen möglichst im Schatten oder in kühleren Räumen ausführen.
    Art und Umfang der Pausen an Arbeitsbedingungen bzw. an den Tagesverlauf anpassen
    Anpassung von
    Arbeitsabläufen und Aufgabenaufteilung






    Bereitstellung von Getränken
    Körperlich anstrengende Arbeiten möglichst in kühlere Tageszeiten verlegen Belastungsdauer möglichst zeitlich begrenzen.

    In Bildungseinrichtungen: Ausflüge, Unterricht im Freien, Schulsport oder sportpraktische Lehrveranstaltungen im Studium im Freien so gestalten, dass körperlich anstrengende Tätigkeiten in frühen, kühleren Zeiten ausgeübt werden können.

    Getränke (z. B. Trinkwasser) zur Verfügung stellen.
    Notfall- und Hitzeschutzpläne Notfall- und Hitzeschutzpläne sind neben der Sensibilisierung der Beschäftigten sinnvoll.
    Persönliche
    Maßnahmen
    Flüssigkeit ausreichend geeignete Flüssigkeit – mindestens Trinkwasser – zu sich nehmen.

    Insbesondere für Kinder Trinkpausen/ -rituale festlegen

    Neben ausreichender Trinkmenge auf wasserreiche Kost, leichte Ernährung achten
    Kleidung Kleidung sollte den Körper komplett bedecken und vor Überhitzung schützen (so weit im Zusammenspiel mit erforderlicher Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) möglich)
    Kopf schützen





    Augen schützen
    z. B. Hut oder (Kühl-)Tücher als Kopfbedeckung und Nackenschutz tragen, um vor Hitze zu schützen.
    In den Arbeitsbereichen, in denen Schutzhelme getragen werden müssen, kann der Nacken- und Ohrenschutz durch ein zusätzliches Tuch (z. B. einknöpfbarer Nackenschutz) erreicht werden.

    Augen durch Sonnenbrille mit UV-Schutz schützen
    Körperliche Belastung Wenn möglich reduzieren, insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu Pausen im Schatten/ in kühlen Flächen anhalten

    Wichtig sind neben der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen auch deren Praxistauglichkeit und Akzeptanz, damit die Präventionsangebote von den Beschäftigten und weiteren Versicherten angenommen werden. Insbesondere für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Bildungseinrichtungen spielt die Vorbildfunktion der Beschäftigten eine sehr wichtige Rolle.

    Bei der Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen sollte klimafreundlichen bzw. klimaneutralen und nachhaltigen Maßnahmen Vorrang gegeben werden.

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